
Nein, ich habe nicht schon als Kind Radiomoderatorin gespielt, ich habe auch nicht bei der Schülerzeitschrift mitgeschrieben. Und selbst im Studium – Germanistik, Italienisch, Pädagogik – war ich mir nur über eines im Klaren: Dass ich NICHT Journalistin werden will! „Schuld“ war mein Vater, Peter Körfgen: Radio-Journalist der alten Schule. Das Klappern seiner alten Schreibmaschine war mein abendliches Wiegenlied. Bis tief in die Nacht hat er gearbeitet, gestöhnt und geächzt, das Papier
zerschnitten und neu zusammen geklebt, alles nochmal abgetippt – die ein oder andere Flasche Wein geleert – bis so eine Stundensendung in ein Skript gefasst war … das schien mir zu anstrengend, bei dem wenigen Geld, das dabei rumkam!
Aber ein paar Dinge hab ich dann wohl doch geerbt:
– Die Neugier
– Dieses: Fragen stellen wollen (vor allem diese eine: WARUM?)
– Das verzweifelt-lustvolle Ringen mit der Sprache
– Die Zweifel
Alles in allem Eigenschaften, die dann offenbar doch ganz gut zum Berufsbild „Journalismus“ passen. Und so kommt es, dass ich meinen Widerstand aufgab, an der Deutschen Hörfunkakademie in Dortmund eine Ausbildung zur Radio-Journalistin absolvierte und dann,1999, bei WDR und DLF als Reporterin, Autorin anfing und eigentlich gar nicht wieder aufhören will damit.